Den Zug an die Fahrdrahtspannung anpassen
Wenn ein Zug in ein neues Fahrdrahtsystem einfährt, muss nicht nur die Versorgung der Traktionsstromrichter in Lok oder Antriebseinheit angepasst werden: Spannung, Stromart und Frequenz ändern sich auch an der Zugsammelschiene, die alle Reisezugwagen mit Energie versorgt.
Die Bordnetzumrichter liefern die erforderliche Spannung für jeden Verbraucher eines Reisezugwagens: von der Klimaanlage über Batterieladetechnik und Beleuchtung – bis zu den Steckdosen für die elektrischen Geräte der Fahrgäste.
Hochspannungsverbraucher wie Umrichter oder Heizregister, die sich nicht selbstständig an wechselnde Spannungssysteme anpassen können, werden in Abhängigkeit von der Zugsammelschiene so in Reihe oder parallel geschaltet, dass sie die korrekte Betriebsspannung erhalten. Für dieses Umgruppieren liefert Schaltbau zwei starke Komponenten:
Der Spannungsselektor ZH1114 überwacht die Zugsammelschiene. Wenn er eine neue UIC-Spannung erkennt (1 / 1,5 / 3 kV AC oder 1,5 / 3 kV DC), steuert er die Hochspannungs-Umschalteinrichtung an, über deren Hochspannungskontakte die Verbraucher lastfrei und sicher umgruppiert werden. Der Stellmotor der Umschalteinrichtung bleibt dabei solange in Bewegung, bis er die gewünschte Schaltkombination angefahren hat und diese signalisiert wird. Um Störfälle auszuschließen, wird das Lastschütz während des Umschaltens elektrisch verriegelt.
Merkmale des Systems Spannungsselektor und HS-Umschalteinrichtung:
- CE zertifizierte, EMV-geprüfte Mikroprozessorsteuerung
- Messbereich bis 6 kV DC und 5 kV AC (16,7 … 50 Hz)
- Ausschließen von Fehlschaltungen sowie des Schaltens unter Last
- Determinierte Funktion in den Überlappungsbereichen
- Vermeiden unnötiger Gruppiervorgänge
Spannungsselektor und Umschalteinrichtung werden nicht nur in Reisezugwagen eingesetzt sondern auch in Triebzügen, deren Stromrichter nur mit maximal 1,5 kV betrieben werden können. Dank der Schaltbau Technik werden diese Fahrzeuge mehrspannungsfähig.